Hören
Die Mathematik des Hörschadens, die niemand auf die Verpackung druckt
Die Lärmdosis ist logarithmisch. Drei Dezibel lauter halbiert die Zeit, in der Sie sicher exponiert sein können, und ein Club liegt die ganze Nacht weit über der Schwelle.
Warum die Zahlen kontraintuitiv sind
Der Schalldruckpegel wird auf einer logarithmischen Skala gemessen, und die zulässige Exposition folgt einem Austauschverhältnis: Jede Erhöhung um 3 dB halbiert die sichere Expositionszeit. Diese eine Tatsache macht Clubumgebungen auf eine Weise gefährlich, die die Menschen konsequent unterschätzen.
| Level | Sichere Dauer | Wo Sie es erreichen |
|---|---|---|
| 85 dB(A) | 8 Stunden | Belebtes Restaurant, lautes Büro |
| 91 dB(A) | 2 Stunden | Lauter Bar |
| 97 dB(A) | 30 Minuten | Probenraum |
| 103 dB(A) | 7,5 Minuten | Typischer Club-Tanzboden |
| 109 dB(A) | < 2 Minuten | Vor einem großen System |
Ein sechsstündiger Set auf Clubniveau überschreitet die zulässige Dosis eines vollen Arbeitstags um ein Vielfaches. Die europäischen Vorschriften für beruflichen Lärm verlangen Maßnahmen bei 80 dB(A) täglicher Exposition und setzen Grenzen bei 87 dB(A) — Schwellenwerte, die ein arbeitender DJ innerhalb von Minuten überschreitet.
Musik als Quelle für lärminduzierten Hörverlust
Was die Forschung bei Musikern herausfindet
Eine systematische Übersicht dokumentierte Hörverlust, Tinnitus, Hyperakusis und Diplakusis bei Musikern [2], und eine Übersicht positioniert Musik speziell als eine einzigartige Quelle für lärminduzierten Hörverlust [4] — unterscheidet sich von Industriegeräuschen in ihrem spektralen Inhalt und darin, wie bereitwillig sich Menschen ihr aussetzen. Ein Überblick über Musikexposition und Hörstörungen deckt das Feld breiter ab [5].
Eine Metaanalyse über musikbedingten Hörverlust bei jüngeren Bevölkerungsgruppen [3] ist wichtig, da Schäden, die sich in den Zwanzigern ansammeln, das sind, womit man in den Fünfzigern lebt.
Die vier Dinge, die schiefgehen können
- Schwellenschwankung. Zunächst vorübergehend — das dumpfe Gefühl nach einer Nacht. Wiederholte vorübergehende Schwankungen werden zu dauerhaftem Verlust.
- Tinnitus. Anhaltendes Klingeln. Die Prävalenz bei Musikern ist erhöht [2], und es gibt kein zuverlässiges Heilmittel.
- Hyperakusis. Verminderte Toleranz gegenüber gewöhnlichen Geräuschpegeln. Karriereschädigend für einige und weit weniger diskutiert als Taubheit.
- Diplakusis. Der gleiche Ton wird in jedem Ohr unterschiedlich gehört. Für jeden, dessen Arbeit von Tonhöhe abhängt, katastrophal.
Was tatsächlich zu tun ist
- Tragen Sie bei jedem Set flach dämpfende Musiker-Ohrstöpsel. Keine Schaumstoffstöpsel, die die Höhen zerstören und dazu führen, dass Sie sie herausnehmen. Siehe Hörschutz.
- Lassen Sie jetzt ein Basis-Audiogramm erstellen. Ohne eines können Sie keine Veränderung feststellen, nur eventualen Schaden.
- Beheben Sie die Überwachungs-Schleife. Der Großteil der übermäßigen Exposition kommt davon, dass der Booth-Monitor lauter gedreht wird, um über den Raum zu hören — siehe Überwachung.
- Nehmen Sie ruhige Erholungszeiten. Vorübergehende Schwellenschwankungen benötigen Stunden der Ruhe zur Erholung. Hintereinander laute Nächte erlauben dies nicht.
- Betrachten Sie Messungen als kostenlos. Ein SPL-Meter für das Telefon ist in absoluten Begriffen ungenau und völlig ausreichend, um zu bemerken, dass der Booth bei 105 dB liegt.
Häufige Fragen
Wie laut ist zu laut?
Wird mein Gehör sich nach einer Nacht erholen?
Ist Tinnitus reversibel?
Brauche ich einen Hörtest, wenn ich mich gut fühle?
Referenzen
Jede untenstehende Zitation führt zum ursprünglichen, peer-reviewed Artikel auf PubMed oder über DOI. Nichts hier ersetzt medizinische Beratung.
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The Effects of Short-Term and Long-term Hearing Changes on Music Exposure: A Systematic Review and Meta-Analysis You S, Kong TH, Han W · International journal of environmental research and public health · 2020 · Meta-analysis DOIPubMed 32245244Full text
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Hearing Loss, Tinnitus, Hyperacusis, and Diplacusis in Professional Musicians: A Systematic Review Di Stadio A, Dipietro L, Ricci G, et al. · International journal of environmental research and public health · 2018 · Systematic review DOIPubMed 30261653Full text
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Music-induced Hearing Loss in Children, Adolescents, and Young Adults: A Systematic Review and Meta-analysis le Clercq CMP, van Ingen G, Ruytjens L, et al. · Otology & neurotology : official publication of the American Otological Society, American Neurotology Society [and] European Academy of Otology and Neurotology · 2016 · Meta-analysis DOIPubMed 27466893
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Music as a unique source of noise-induced hearing loss Reynolds A, Bielefeld EC · Hearing research · 2023 · Review DOIPubMed 36736160
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Music exposure and hearing disorders: an overview Zhao F, Manchaiah VK, French D, et al. · International journal of audiology · 2010 · Review DOIPubMed 20001447
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Prevalence of Noise-Induced Hearing Loss in Middle and High School Band Members: A Preliminary Study Ramrattan H, Gurevich N · Folia phoniatrica et logopaedica : official organ of the International Association of Logopedics and Phoniatrics (IALP) · 2020 · Journal article DOIPubMed 31302650